Odin
Der einäugige Gott und die indogermanischen Männerbünde
Aus der germanischen Mythologie gibt es nur lückenhafte Überlieferungen, welche fast alle erst in der christlichen Zeit aufgezeichnet wurden und damit ein sehr einseitiges und oft widersrüchliches Bild ergeben.
Dieses Schicksal gilt auch für den germanischen Hauptgott Odin:
Einerseits residiert er mit den gefallenen Helden, den Einheriern, in Walhalla, andererseits ist er der Gott des Sturmes Wotan auf der wilden Jagd.
Nach der Edda hing er zur Erlangung von Weisheit neun Tage an Yggdrasil, der Weltesche, raubte den Dichtermet und opferte ein Auge am Brunnen Mimirs (Walvaters Pfand).
Kris Kershaw, eine amerikanische Religionswissenschaftlerin, rekonstruiert nun diese Mythologie. Dabei greift sie nicht nur auf germanische Quellen, sondern ebenso formvollendet auch auf römische, keltische, griechische, baltische und sogar auf uralte persische und indische Quellen zurück.
Sie kommt zu der Erkenntnis, dass diese Gottesvorstellung von Odin Jahrtausende lang von Indien bis Island überlebte. Der ursprüngliche Odin war seit uralten Zeiten der Hauptgott kriegerischer und religiöser Männerbünde, deren Leitbild das Totenheer (eben wie die Einherier) war.
Der Autorin gelingt es dabei, Lebensgefühl und Denkweise der heidnischen Kulturen, aus welchen unsere eigene Kultur hervorgegangen ist, verständlich und nachvollziehbar darzulegen.
- Kris Kershaw
-
312 Seiten
-
ISBN-13: 9783866630192
-
Paperback
-
Arun Verlag